Systemische Beratung und Hypnose- wie passt das zusammen?
Meine erste Begegnung mit Hypnose liegt bereits einige Jahre zurück: 2014 habe ich damit das Rauchen aufgegeben. Auch beim Autogenen Training habe ich immer wieder mit Suggestionen gearbeitet. Wirklich intensiv beschäftigte ich mich jedoch erst während meiner Weiterbildung zur systemischen Beraterin mit Hypnose.
Damals ging es mir gesundheitlich nicht gut, und ich hatte den Glauben an mich selbst verloren. In dieser Phase stieß ich auf die Arbeiten von Milton Erickson – ein Wendepunkt für mich.
Milton Erickson als Brücke
Die Wurzeln der ressourcen- und lösungsorientierten Beratung liegen in der kompetenzorientierten Hypnotherapie nach Erickson. Auch wenn in der heutigen lösungsorientierten Beratung keine formalen Tranceinduktionen verwendet werden, sind ihre Grundprämissen von seiner hypnotherapeutischen Arbeit geprägt.
Erickson verstand jedes Erleben als Ergebnis von Aufmerksamkeitsfokussierung – ganz nach dem Leitsatz „Energy flows where attention goes“. Unser aktuelles Bewusstsein ist demnach Ausdruck eines selbstinduzierten, quasi-hypnotischen Prozesses. Entscheidend ist daher die Frage: Wohin richten wir unsere Aufmerksamkeit?
Ein beeindruckendes Lebensbeispiel
Erickson selbst erkrankte mit 17 Jahren an Kinderlähmung und war bis zum Hals gelähmt. Als er hörte, dass die Ärzte ihm kaum eine Überlebenschance gaben, richtete er seine gesamte Aufmerksamkeit auf das kommende Morgengrauen: „Ich werde den nächsten Morgen erleben.“ Er überlebte nicht nur, sondern lernte trotz erneuter Erkrankung, mit einem Krückstock zu gehen – und wurde 79 Jahre alt.
Statt sich zu fragen, warum er krank war, fokussierte Erickson konsequent auf Erinnerungen an Zeiten, in denen er seinen Körper spürte und bewegte. So aktivierte er ungeahnte Selbstheilungskräfte.
Parallelen zur systemischen, lösungsorientierten Beratung
Aus Ericksons Erfahrungen lässt sich viel für die systemische Beratung lernen:
Fokus auf Ressourcen statt Probleme. Statt Ursachen zu analysieren, lenkt die Beratung den Blick auf vorhandene Kompetenzen und auf das, was bereits funktioniert.
Kundigkeit des Klienten. Die Ratsuchenden sind Expert*innen für ihre Probleme und ihre Lösungen. Der Berater unterstützt, anstatt Lösungen vorzugeben.
Zielvisionen schaffen Veränderung. Eine plastische, positiv formulierte Zukunftsvorstellung – „Was fängt an?“ statt „Was hört auf?“ – löst innere Prozesse aus, die Veränderung ermöglichen.
Kleine Schritte mit großer Wirkung. Im Sinne des Gedankens „Wenn du es eilig hast, gehe langsam“ können minimale Veränderungen große Effekte haben.
Fazit
Systemische Beratung und Hypnose teilen ein zentrales Prinzip: Veränderung beginnt dort, wo wir unsere Aufmerksamkeit bewusst lenken. Ob in leichter Trance oder im wachen Gespräch – der lösungsorientierte Ansatz nach Erickson zeigt, dass wir uns selbst „hypnotisieren“, sobald wir unsere Wahrnehmung auf Möglichkeiten und Ressourcen ausrichten.
Für mich persönlich war die Verbindung beider Welten nicht nur theoretisch, sondern heilsam. Sie hat mir geholfen, den Glauben an meine eigenen Fähigkeiten zurückzugewinnen und Menschen heute ebenso ressourcen- wie lösungsorientiert zu begleiten.
Möchten Sie erleben, wie systemische Beratung und Hypnose Ihre eigenen Ressourcen stärken können?
Vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch und entdecken Sie, wie Sie Ihren Fokus neu ausrichten können.